gb

Eggerts Ostwind – Vorbehalt

Das Wortungetüm gehört zu dem, was uns häufig zu Ohren kommt, wenn von den gescheiterten Verhandlungen um die sogenannte Berliner Jamaika-Koalition die Rede war: unter Finanzierungsvorbehalt. Was bedeutet: Wir würden ja gern dieses und jenes tun, aber bitte – wenn kein Geld da ist, geht es eben nicht. Das mag uns Normalbürgern einleuchten – wer sein Einkommen überblicken und einigermaßen rechnen kann, wird zögern, sich einen teuren Wunsch mal eben so zu erfüllen.

In der Politik hat die Sache aber ein Geschmäckle. Einerseits wird so getan, als ob – als ob man ja bereit sei, Versprochenes umzusetzen, aber leider… Andererseits transportiert die Vorbehaltsphrase unterschwellig: Wenn ihr das und das unbedingt wollt, dann wundert euch nicht, wenn wir mehr Geld verlangen.

Auch das mag dem mit-rechnenden Zeitgenossen einsichtig sein. Sicherheit, Bildung, gute Internetversorgung und medizinische Betreuung kosten. Also sollte der Staat jeden Euro zweimal umdrehen. Wobei solch löbliche Vorsicht eben nicht immer die Mutter der Porzellankiste ist. Sachsen war über viele Jahre äußerst vorsichtig mit dem Geldausgeben. Ergebnis: Hunderte Lehrer und Polizisten fehlen. Nun, in der Not, müssen die Leer-Stellen rasch besetzt werden. Das wird teuer.

Ihr Hans Eggert

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.