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Eggerts Ostwind – Berliner Verhältnisse

Wenn bislang von »Berliner Verhältnissen« die Rede war, dann hieß das: Berlin wird schlecht regiert, deshalb geht es der Stadt gut. Derzeit erweitert sich der Bedeutungshorizont dieses Spruchs über die Berliner Stadtgrenzen hinaus. Motto: In Berlin wird zwar nicht regiert, aber dem Land geht es bestens.

Und tatsächlich: Nachdem wir Wähler unter den Gewählten einigermaßen Verwirrung angerichtet haben, werden im Land lediglich die Geschäfte geführt. Von Unsicherheit, von Krisenstimmung gar kann, anders als von den Berliner Raumschiffakteuren erwartet, allerdings keine Rede sein – die Bayern haben einen neuen alten Trainer und siegen und siegen, die Weihnachtszeit ist handels-technisch seit September in vollem Gange, die Aktienkurse bewegen sich unauffällig mal noch oben, mal nach unten, die Wölfe machen nicht mehr nur den tiefen Osten unsicher, die Sachsen freuen sich auf den nächsten Dresdner Auftritt Roland Kaisers. Und Til Schweiger gibt vor Gericht wieder mal den Rechthaber vom Dienst.

Das alles ist beruhigend normal. Weshalb die Berliner Bundesakteure auch in aller Ruhe weiter darüber streiten sollten, wer denn nun wie staatspolitische Verantwortung zu tragen hat. Solange nämlich brennt nichts an im Lande.

Ihr Hans Eggert

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