Goldene Hausnummer

Der WochenKurier vergibt die Goldene Hausnummer!

Gibt es noch Hausgemeinschaften wie früher? Ja, es gibt sie! Im Juli 2017 startete der WochenKurier die Aktion "Goldene Hausnummer". Die Leser, insbesondere die Bewohner von Mehrfamilienhäusern waren aufgerufen, vom nachbarschaftlichen Miteinander zu berichten. Unzählige Bewerbungen gingen daraufhin in der Redaktion ein. Wo sich geholfen und zusammen gefeiert wird, kann man hier sehen.

Weißwasser: Haus bucht Ostsee

GH - Sachsen. Aus Weißwasser erreichte uns eine Bewerbung von Jana Heilscher, die die Bewohner des Hauses auf der Straße der Einheit 23 für die Goldene Hausnummer vorschlägt. Darin heißt es: „Liebes Team vom Wochenkurier, am Wochenende habe ich euren Artikel zur Goldenen Hausnummer gelesen und sofort gedacht, das wäre was für unsere Hausgemeinschaft. Aber da werden sich so viele bewerben, sicher keine Chance. Nachdem nun aber Bekannte und Arbeitskollegen mir zugeredet haben und gesagt haben ‚so eine tolle Hausgemeinschaft wie ihr es seit, ist in der heutigen Zeit ganz selten, bewerbt euch“, werde ich nun doch heimlich eine Bewerbung losschicken. Eine goldene Hausnummer hat nicht jeder und eine gesponserte Hausparty wäre ja schließlich auch was Tolles. Wir wohnen in Weißwasser, in der Straße der Einheit 23. Unsere Hausgemeinschaft gibt es seit 2006. Bis dahin stand das Mehrfamilienhaus sehr lange leer und wurde dann saniert. Wir, das sind Kinder und Erwachsene von inzwischen 5 bis 50 Jahren. Auch Familien, die inzwischen verzogen sind, kommen immer wieder gerne zu uns auf den Hof und zu unseren Events.Viele von uns sind Kinder der DDR und kennen noch selbst solche Hausgemeinschaften, wie ihr sie in eurem Artikel beschreibt. Gemeinschaftsgeist wird bei uns auch heute noch ganz groß geschrieben. Das fängt beim Aushelfen von Lebensmitteln an, geht mit Hilfe beim Reparieren und Renovieren weiter und auch wenn einer mal länger arbeiten muss, werden schnell die Kinder in der Kita oder beim Training abgeholt und betreut.Seit Jahren wird von uns auch fleißig Altpapier gesammelt. Damit wurde der Hof verschönert, Spielgeräte für die Kinder angeschafft oder z. B. eine gemeinsame Eiszeit im Eisstadion gemietet. Gemeinsame Ausflüge finden auch immer wieder statt. So waren wir schon ein verlängertes Wochenende an der Ostsee oder im Elbsandsteingebirge. Der letzte Ausflug z. B. Anfang Juli ging mit ca. 25 Personen in den Berliner Tierpark, natürlich alles mit unseren Haus-T-Shirt ‚Einheit 23, E23‘. Jedes Jahr findet eine Bootstour auf der Neiße statt. Hier gönnen sich die Eltern mal einen Spaß ohne Kinder. Dafür sind auch hier viele ‚Ehemalige‘ dabei. Feiern können wir natürlich auch. Ob Geburtstage, Hexenbrennen, Halloween, Silvester etc., einen Grund findet man immer. Für runde Geburtstage oder Hochzeiten haben wir auch schon heimlich (was nicht einfach war) über Monate Tanzchoreographien einstudiert und die Betroffenen zu Tränen gerührt. Im vergangenen Jahr wurde auch unser ‚Zehnjähriges‘ groß gefeiert. Wir hatten tolle Staffelspiele vorbereitet und Fotos aus den letzten Jahren angeschaut. Ich würde schon sagen, unsere Hausgemeinschaft hat es ganz doll verdient die goldene Hausnummer zu bekommen und es wäre für uns eine tolle Bestätigung, wenn ihr uns dafür auswählen würdet.“ Aus Weißwasser erreichte uns eine Bewerbung von Jana Heilscher, die die Bewohner des Hauses auf der Straße der Einheit 23 für die Goldene Hausnummer vorschlägt. Darin heißt es: „Liebes Team vom Wochenkurier, am Wochenende habe ich euren Artikel zur…

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Görlitz: Schon zu DDR-Zeiten vorbildlich

GH - Sachsen. Für die Dresdener Straße 28 in Görlitz hat Wolfgang Stiller eine ausführliche Bewerbung an uns geschickt. In der sind unter anderem Urkunden zu sehen, die die Auszeichnung zur „Vorbildlichen Hausgemeinschaft“ in den Jahren 1984, 1986 und 1988 zeigen. Nach der Wende zogen zunächst einige Mieter aus und neue Mieter ein, der Gemeinschaft tat das aber keinen Abbruch. „Durch die Kontaktfreudigkeit der älteren Mieter gelang es schnell, Vertrauen untereinander aufzubauen. Beginnend mit einem Schwätzchen im Treppenhaus entwickelte sich so nach und nach eine Gemeinschaft“, schreib Wolfgang Stiller. „Vor circa zehn Jahren zog in unser Grundstück eine Familie aus den alten Bundesländern ein. Da es meiner Frau zu dieser Zeit nicht gut ging und sie später zum Pflegefall wurde, hat meine Nachbarin due Hausordnung übernommen. Da meine Frau 2012 verstorben ist, bot mir die Frau an, die Hausordnung für mich weiter durchzuführen. So ist es noch heute. Ihr Ehegatte verlegte in meiner Wohnung neuen Laminat-Fußbodenbelag, ein anderer Mieter renovierte mir ein Zimmer. Im Bedarfsfall werden von den Mietern auch Fahrten übernommen, zum Beispiel zu Familienfeiern oder zum Flugplatz bei Urlaubsaufenthalten.“ Besonders beliebt seien die Grillabende im Hof, zu Geburtstagen wird gratuliert, bei runden Geburtstagen gibt es auch mal ein Geschenk, schreibt Wolfgang Stiller weiter. Natürlich könne man sich auch mal Mehl, Zucker oder Salz leihen. Enrico Herzog, der ebenfalls im Haus an der Dresdener Straße wohnt, ergänzt: „Wir gehen nicht einfach stumpf aneinander vorbei.“ Man rede miteinander und helfe sich untereinander. Für die Dresdener Straße 28 in Görlitz hat Wolfgang Stiller eine ausführliche Bewerbung an uns geschickt. In der sind unter anderem Urkunden zu sehen, die die Auszeichnung zur „Vorbildlichen Hausgemeinschaft“ in den Jahren 1984, 1986 und 1988 zeigen.…

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