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Großschönau: Im Bachbett gegründet

Aus Großschönau erreichte uns eine Bewerbung, die eigentlich nicht ganz den Anforderungen entsprich, wie Ralf Gruner selbst in seiner Bewerbungsmail schrieb:

„Wir sind hier in Großschönau eine Gemeinschaft, die nicht in einem Haus wohnt - ich hoffe, dass wir dennoch eine Chance haben. Schon seit langem trifft sich eine Gruppe aus der Nachbarschaft regelmäßig, etwa am Feuer oder zum Grillen oder im Winter in einer Schneebude.
Ein größeres Ereignis war 2003 der Bau der Lausurmauer an einem Grundstück, bei dem viele Leute mitgeholfen haben. (So ein Mauerbau in der Art, wie ihn die Gemeinden machen, ist ja privat kaum zu finanzieren, und so haben nach und nach alle mitgeholfen.). Irgendwann hat es dabei sogar eine Feier im Bachbett (!) gegeben, weil das Wetter passte und die Lausur nur aus einem Rinnsal bestand. Das war in gewissem Maße die Initialzündung und seitdem hat sich die Nachbarschaftshilfe fest etabliert.

Wir haben allerdings auch Leute mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten, die fast alles abdecken, was man so braucht, und das ergänzt sich prima. Darunter ist Feinmechanik (und Restauration historischer Musikboxen), alles, was man am Bauhof der Gemeinde so macht, Hausarbeit, Feuerwehr, Musterdesign und Grafik, Tischlereiarbeiten, organisatorische und rhetorische Fähigkeiten (wie man sie als Personalchef entwickelt), Gartenarbeit, Betreuung Schwererziehbarer, Computertechnik/Elektronik und Bestattungswesen.

Vor reichlich zehn Jahren sind wir das erste Mal auf die Idee gekommen, ein Straßenfest zu veranstalten. Da die damaligen Initiatoren alle An der Sense wohnen und es auch dort stattfindet, bekam dieses Straßenfest den Namen Sensenfest. Dieses Sensenfest hat es inzwischen zehn Mal gegeben, zum Jubiläum hatten wir sogar die tschechische Country-Band Malvas engagiert. Und es kommen nahezu alle Anwohner aus der Nähe, so dass wir manchmal sogar zwei  Zelte brauchen.

Dieses Fest beginnt nachmittags mit Kaffetrinken und mitgebrachtem Kuchen, setzt sich - je nach Alter der anwesenden Kinder - mit diversen Spielen wie etwa Bootsrennen fort, und endet spät abends, nachdem es noch einen Lampionumzug durchs Dorf gegeben hat.
Besondere Höhepunkte in der Nachbarschaft sind naturgemäß die runden Geburtstage. Besonders originell war dabei wohl der leicht makabre Monatskalender, den wir dem Bestatter (professionell gedruckt und mit Spiralbindung) geschenkt haben, oder die Wegweiser, die jetzt gelegentlich vorbeikommende Urlauber irritieren (denn man versteht sie nur mit dem passenden Insiderwissen).
Ich persönlich habe von der Nachbarschaftshilfe auch schon profitiert - da ich letztes Jahr längere Zeit ins Krankenhaus musste, ist der für damals geplante Zaunanstrich durch eine Zaunstreichparty erledigt worden.

Für den 26. August ist unser nächstes Sensenfest geplant, und als die Nachbarin jetzt mit Ihrem Artikel kam und gesagt hat ‚Schreib mal was, du hast doch Zeit, konnte ich mich natürlich nicht weigern. Abschließend möchte ich noch über das Schicksal der Brücke, die früher mal Teil des Gässchens von der Sense zur Hauptstraße war, berichten. Die Brücke ist beim Hochwasser 2010 leicht beschädigt worden - das Geländer war ziemlich verbogen. Unsere Appelle an die Gemeindeverwaltung, das reparieren zu lassen, sind leider erfolglos geblieben, und die Brücke hat das Schicksal einiger anderer kleiner Brücken im Ort erlitten und ist abgerissen worden. Das hatte zwei Folgen: Beim Sensenfest nach dem Abriss hatten wir gleich die passende Nachmittagsbeschäftigung mit einer historischen Konstruktion von Leonardo da Vinci (wobei später auch die Kids ihre technischen Fähigkeiten demonstrieren konnten). Und der verbliebene Rest der kleinen Gasse von der Sense bis zur ehemaligen Brücke hat von uns den Namen des Bürgermeisters erhalten, und irgendwer hat diesen Namen bei OpenStreetMap eingetragen, von wo er auch den Weg in kommerzielle Navigationssysteme gefunden hat, so dass man sich jetzt von seinem Navi auch zu Peukers Sackgasse führen lassen kann.“

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Impressionen vom 10. Foucault Advents Dance Cup

Hoyerswerda. Es waren genau 20 Tanzgruppen, die vor 10 Jahren beim 1. Foucault Advents Dance Cup um Preise und Pokale kämpften. Und niemand wusste, ob sich diese Veranstaltung wirklich etablieren würde. Am 9. Dezember, also vor wenigen Tagen, wurde nun Geschichte geschrieben: Zur zehnten. Auflage des Turniers konnten in der Sporthalle des BSZ 50 Gruppen mit über 550 Tänzern begrüßt werden. Damit avancierte der Foucault Advents Dance Cup zum größten Dance Contest unserer Region.„Das war wieder eine Veranstaltung auf sehr hohem Niveau“, sagt Stefan Kaiser, Abteilungsleiter Tanzen im Sportclub Hoyerswerda über den 10. Foucault Advents Dance Cup am Samstag. „Erst mal freuen wir uns natürlich, dass wieder Gruppen aus Hoyerswerda auf dem Treppchen standen. So ertanzten sich die „Fresh TLs“ in der Kategorie „Kids-Groups“ einen 1. Platz und auch bei den Erwachsenen gab es mehrmals Grund für exzessiven Applaus. Denn in der Kategorie „Adults Solo“ und „Adults Groups“ setzten Tänzer aus Hoywoy neue Maßstäbe. „Es war beeindruckend, wie begeistert die Zuschauer die Auftritte verfolgten. Applaus gab es dabei nicht nur für die eigenen Favoriten, sondern auch für die Kontrahenten. Das zeigt den enormen Sportsgeist bei diesem Event“, sagte Kaiser.So unterschiedlich die Gruppen, Duos und Solisten, so verschieden waren auch ihre Beweggründe an diesem Turnier teilzunehmen. Teilweise kamen Gruppen nur mit dem Ziel Erfahrungen zu sammeln. Da ging es nicht um den Sieg oder vordere Plätze. Einzig präsent zu sein und vor einem großen Publikum aufzutreten war deren Ansinnen. Erleichternd für diese Gruppen, die meist in kleinen Vereinen oder der Schule trainieren, ist natürlich auch der Vorteil, dass beim Foucault Advents Dance Cup keine Startgelder erhoben werden. Diese Veranstaltung wird ausschließlich durch Sponsoren, Eintrittsgelder und den Verkauf von Speisen und Getränken vor Ort finanziert. „An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal einen ganz herzlichen dank an alle Unterstützer richten“, so Stefan Kaiser. Ohne die Mitglieder vom Tanzverein, die vielen Organisatoren und Helfer aus dem Foucault-Gymnasium oder von Unternehmen wie den WochenKurier, die uns die Pokale und Urkunden zur Verfügung stellen, wäre ein Dance-Cup in dieser Dimension nicht denkbar.So lässt sich laut Stefan Kaiser resümieren: „Das war ein rundum gelungenes Turnier. Dennoch wird es im nächsten Jahr eine Neuerung geben: Zukünftig sollen die Solo- und Dou-Auftritte der Kids extra gewertet werden. Damit versuchen wir uns den Gegebenheiten anzupassen und den Entwicklungsstand der Tänzerinnen und Tänzer zu berücksichtigen“, so Kaiser.Es waren genau 20 Tanzgruppen, die vor 10 Jahren beim 1. Foucault Advents Dance Cup um Preise und Pokale kämpften. Und niemand wusste, ob sich diese Veranstaltung wirklich etablieren würde. Am 9. Dezember, also vor wenigen Tagen, wurde nun Geschichte…

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Gesucht: 100 Eisköniginnen

Riesa. Der WIR-Verein, in dem die Händler der Innenstadt organisiert sind, stellt sich auch in diesem Jahr am verkaufsoffenen Sonntag am 17. Dezember, der großen Stadtwette. In diesem Jahr lautet das Motto: Riesa – völlig unverfroren. Die Bäckerei Brade wettet gegen den WIR e.V., dass WIR es NICHT schaffen kann, am 17. Dezember, um 15 Uhr, mindestens 100 Kinder in einem Kostüm oder mit einem Accessoire des Films „Die Eiskönigin – völlig unverfroren“ auf der Hauptstraße vor der Riesa-Information zu versammeln. Gemeinsam sollen dann alle mit der Sängerin Sophia Venus den Titelsong des Filmes singen. »Schaffen WIR dies doch, wird die Bäckerei Brade für jedes mitsingende Kind 2 Euro an den Kinderschutzbund Riesa spenden«, erklärt Mitorganisator Andree Schittko. Nach dem gemeinsamen Singen werden die teilnehmenden Kinder vom Filmpalast Riesa eingeladen, den Kurzfilm »Olaf taut auf« und »Coco« anzuschauen. Der WIR e.V. wird gegen 16 Uhr wieder die beliebte Versteigerung der Weihnachtsgeschenke durchführen. Begleitend wird es einen Kinderpunsch- und Glühweinverkauf geben. Der gesamte Gewinn aus der Weihnachts-Auktion und des Glühweinverkaufes fließt ebenfalls als Spende an den Kinderschutzbund Riesa.  Termine: Treff zur Stadtwette am 17. Dezember, 15 Uhr, vor der Riesa-Information. Teilnahme für Kinder: Kostüm oder Accessoire der »Eiskönigin« dann Kinoprogramm n ab etwa 16 Uhr: Versteigerung der Weihnachtspräsente der InnenstadthändlerDer WIR-Verein, in dem die Händler der Innenstadt organisiert sind, stellt sich auch in diesem Jahr am verkaufsoffenen Sonntag am 17. Dezember, der großen Stadtwette. In diesem Jahr lautet das Motto: Riesa – völlig unverfroren. Die Bäckerei Brade…

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