Region Oschatz
Als ehrenamtlicher Ortsvorsteher, der er seit 1994 ist, führt Detlef Bölke Regie bei der Bewerbung Langenreichenbachs um den Europäischen Dorferneuerungspreis. Foto: R. Schlippe
05.07.2010
Langenreichenbach.
Langenreichenbach vertritt Sachsen beim Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2010
Langenreichenbach schultert Sachsens Hoffnungen. Das Dorf, das zur Gemeinde Mockrehna gehört, vertritt den Freistaat beim Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2010.
Die Teilnahme des beschaulichen Ortes am Heidelbach wurde vom sächsischen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium angeregt. Minister Frank Kupfer, ein Oschatzer, betont: „Langenreichenbach ist eines jener sächsischen Dörfer, die mit Energie an einem starken Miteinander arbeiten. Das Gemeinschaftsleben erlebt seit der Wiedervereinigung einen enormen Aufschwung. Die Zahl der Vereine hat sich verdoppelt und zwei Drittel der Bewohner engagieren sich aktiv in der Dorfgemeinschaft.“
Das hatte sich bereits in der Vergangenheit ausgezahlt. Im vergangenen Jahr wurde Langenreichenbach beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Der Grund: Der beispielhafte Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft. Um den Dorferneuerungspreis, der seit 20 Jahren von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung mit Sitz in Wien ausgelobt wird, bewerben sich 30 Dörfer aus elf Nationen.
Vom Zusammenhalt der Langenreichenbacher ist auch ihr Ortsvorsteher überzeugt. „Vereine, Ortschaftsrat und Einwohner arbeiten alle zusammen“, sagt Detlef Bölke. „So entstanden zum Beispiel ein Vereinshaus für die Schalmeienmusikanten und ein Ausbildungszentrum für die Minifeuerwehr im alten Freibad, für das in sieben Monaten rund 4.800 Stunden in Eigenleistung erbracht wurden. Die Agrargenossenschaft stellte den Bagger, Maurer, Dachdecker und Klempner arbeiteten fürs Gemeinwohl“, zählt der 55-jährige Diplomingenieur auf. Ein Dorffest und zehn Straßenfeste, auf denen sich vor allem die Nachbarn treffen, gehören zum Veranstaltungskalender des 750-Seelen-Ortes.
Der wurde mittlerweile von der vierköpfigen Jury des Dorferneuerungspreises unter die Lupe genommen. Bei der Besichtigung überlies Detlef Bölke nichts dem Zufall. In einem Rundschreiben an alle Haushalte wurden die Bürger aufgefordert, ihre Grundstücke und den Fußweg davor in Ordnung zu bringen. Eltern sollten sich während des Rundganges der Juroren aus Luxemburg, Holland, Bayern und Thüringen mit ihren Sprösslingen auf den Straßen sehen lassen und ein Trio älterer Männer bekam die Aufgabe, am Heidelbach die Sensen zu schwingen.
Nun warten Detlef Bölke und seine Mitstreiter auf die Entscheidung. Die Preisverleihung wäre im September in Südtirol.
Die Langenreichenbacher würden mit dem Bus hinfahren.
Rainer Schlippe
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