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Dresdner Ballsäle von einst (7): Gare de la Lune

Foto: Dresdner Ballsäle von einst (7): Gare de la Lune

So wird heute im Gare de la Lune gefeiert. Foto: privat

12.05.2010

Wachwitz.

Im Garten trinken Damen ihren Nachmittagskaffee, Kinder drehen sich auf dem Karussell, ein Dampfschiff zieht die Elbe entlang... Diesen idyllischen Ausblick bot der Ballsaal von „Ehlich’s Dampfschiffrestaurant“ schon vor über 100 Jahren.
Heute ist der Blick aus dem Obergeschoss ebenso reizvoll wie wildromantisch. Nur der Name des beliebten Ausflugsziels hat sich geändert: „Gare de la Lune“. Dass dieser nichts mit der gern interpretierten „Mondhaltestelle“ zu tun hat, weiß keiner besser als Betreiber Michael Rüdrich: „Ma(n) saß hier vor 15 Jahren mit einigen Leuten im Garten und suchte einen wohlklingenden Namen, der wie ,Garten der Lüste' klingt. Angetrunken wurde rumgesponnen und irgendwann kam es zu Gare de la Lune – ohne zu wissen, was das auf Französisch bedeutet.“
1886 errichtet, entwickelte sich die Gastwirtschaft schnell zum Zentrum der Geselligkeit mit Verabredungen und Tanz. Die Straßenbahn fuhr ab 1903 bis Wachwitz, der Dampfer legte direkt am Garten an.
„Ich hätte gern in den 20er Jahren gelebt: Die Leute erfreuten sich am Leben, hatten Anstand und Respekt. Heute muss man Dinge hinnehmen, die es früher nicht gegeben hätte“.
Dennoch hat „Rudi“ nicht aufgegeben, wie bereits etliche Betreiber zuvor. Seit acht Jahren steckt er sein ganzes Herzblut in das Anwesen und weiß inzwischen genau, wie eine über 100 Jahre alte Gaststätte mit 200-Quadratmeter-Saal zu bewirtschaften ist.
Dankbar sind vor allem jene Tanzbegeisterten, die hier wöchentlich im Tango-, Rock’n'Roll-, Walzer- oder Party-Fieber übers Parkett wirbeln. Mehrmals im Jahr gibt es Bälle, die den Stil und die Etikette früherer Zeiten pflegen.
Darüber hinaus mieten sich Firmen und Jubilare mit großen Gesellschaften ein. Dem Charme des historischen Ballsaals und der familiären Atmosphäre erliegen aber vor allem Brautpaare. „Von April bis September findet hier eine ausreichende Zahl an Hochzeiten statt“. In manchen Wochen richtet sein Team vier bis fünf Feierlichkeiten aus – oft zum Unmut der Laufkundschaft. „Dafür kann ich mich nur entschuldigen. Doch ich habe noch keine andere Lösung gefunden, es allen recht zu machen.“
Der 42-Jährige hätte nie gedacht, dass Hochzeiten einmal so sehr sein Leben bestimmen werden. Obwohl unverheiratet, ist er inzwischen ein Hochzeitsexperte – der weiß „wie er es …“.    Cathrin Lilienblum

www.gare-de-la-lune.de

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